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BGL-/NLA-Pressemeldung: Marktkonsolidierung und mehr Wettbewerbsangleichung in der EU

BGL und NLA: Marktkonsolidierung und mehr Wettbewerbsangleichung in der EU als Bedingung für weitere Öffnung der Transportmärkte

Frankfurt am Main, 25.01.2013:

Bei einem Treffen in Frankfurt zwischen der Nordic Logistic Alliance (NLA) und dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. bekräftigten beide Verbände ihr Engagement für eine starke Zusammenarbeit, um ihre Interessen in Brüssel zu artikulieren. NLA und BGL setzen sich für einen europäischen Transportmarkt mit fairen und angeglichenen Wettbewerbsbedingungen ein.

NLA und BGL sind der Auffassung, dass weitere Schritte notwendig sind, bevor die EU die Transportmärkte für die sogenannte Kabotage stärker öffnen kann. Es gibt gegenwärtig einen großen Bedarf zur Konsolidierung der Märkte über die Angleichung der Wettbewerbsbedingungen vor allem bei Personalkosten und Sozialbedingungen. Nur so kann mittelständischen Transportunternehmen ein sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht werden.

Beide Verbände unterstreichen die weiterhin große Bedeutung eines klar definierten Rahmens für Kabotageverkehre, solange es noch beträchtliche soziale und fiskalische Unterschiede in der EU gibt. Kabotageverkehre müssten deswegen weiterhin auf limitierte Beförderungen im Anschluss an einen grenzüberschreitenden Verkehr begrenzt werden, um einen funktionierenden Wettbewerb mit den jeweils im Mitgliedsland niedergelassenen Unternehmen zu ermöglichen.

Prof. Dr. Karlheinz Schmidt (BGL, geschäftsführendes Präsidialmitglied) betont: „Wenn dies nicht geschieht, werden die Folgen für das mittelständische Transportlogistikgewerbe und deren Arbeitsplätze verheerend sein. Diese könnten von großen Teilen der Verkehrsmärkte verschwinden. Für beide Verbände würde eine weitere Öffnung der Verkehrsmärkte unweigerlich zu einer Verschärfung des Sozialdumping durch Kabotagefahrten führen."

EU-Mitgliedsstaaten, die Europäische Kommission und das Europäische Parlament müssten jetzt handeln. Es gibt eine unabweisbare Notwendigkeit, die bestehenden Kabotageregeln im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung, vor allem bis zur Angleichung der Lohn- und Sozialkostenverhältnisse in Ost und West, beizubehalten.

Beide Verbände äußerten auch ihre starken Bedenken zu Überlegungen zur Infrastrukturfinanzierung verstärkt den Lkw heranzuziehen. Erik Östergaard (NLA, Vorstandsvorsitzender):

"Die Straßentransportunternehmer tragen bereits heute die von ihnen verursachten Kosten. Es ist allerdings inakzeptabel, wenn wir auch die Kosten für andere Verkehrsträger tragen. Der Nutzer jedes Verkehrsträgers muss seinen eigenen Teil der Kosten tragen. Die Europäische Kommission muss hier einen ausgewogeneren Ansatz bei der Infrastrukturfinanzierung verfolgen." Der Ausbau alternativer Verkehrsinfrastruktur zur Straße ist eine allgemeine Aufgabe des Staates und muss vom Steuerzahler getragen werden, aber auf keinen Fall mittels der Querfinanzierung durch den Straßengüterverkehr. BGL und NLA fordern deswegen eine transparente Rechnung zu den Wege- und externen Kosten für alle Verkehrsträger.

Des Weiteren diskutierten beide Verbände über die Notwendigkeit für eine größere Flexibilität in der Handhabung und Auslegung von Regelungen. Viele Regeln, wie z. B. die Lenk- und Ruhezeiten, verursachten durch unterschiedliche Interpretationen und Anwendungen durch die Kontrollbehörden Ineffizienzen, die den Regelungszielen entgegenstünden.

NLA vertritt die Straßentransportverbände aus Dänemark. Schweden und Norwegen; Finnland ist ein assoziiertes Mitglied. Zusammen vertritt der Verband die Interessen von über 20.000 Unternehmen.

BGL ist der führende Verband der Transport- und Logistikunternehmen in Deutschland und vertritt rund 10.000 Unternehmen.

Ansprechpartner:
Sören H. Larsen, CEO at NLA, Telefon: 0032.495.91.23.08 , E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Martin Bulheller, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsbeobachtung, Telefon: 069/7919-277, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!