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BGL-Präsident Wandt und das Geschäftsführende Präsidialmitglied Prof. Dr. Schmidt treffen EU-Verkehr

Gesprächsthemen: Weitere Öffnung des EU-Verkehrsmarktes, Infrastrukturfinanzierung, Maße und Gewichte von Nutzfahrzeugen und alternative Kraftstoffe/Antriebssystem

 

Frankfurt am Main, 29.01.2013:

BGL-Präsident Adalbert Wandt sowie das Geschäftsführende Präsidialmitglied des BGL Prof. Dr. Karlheinz Schmidt trafen Vizepräsident Siim Kallas zu einem verkehrspolitischen Gedankenaustausch in Brüssel. Das einstündige Gespräch fand in einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre statt.

Der BGL sprach sich angesichts der starken Marktverschiebungen in Deutschland in den letzten Jahren gegen eine weitere Öffnung für so genannte Kabotageverkehre in der EU aus. Präsident Wandt: „Wir sprechen uns für Wettbewerb aus, eine weitere Marktöffnung wäre aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein falsches Signal. Eine stärkere Marktkonsolidierung und mehr Wettbewerbsangleichung auf den europäischen Transportmärkten sind zuvor vonnöten."

Im Hinblick auf die Infrastrukturfinanzierung in der Europäischen Union plädiert der BGL für einen ausgewogeneren Ansatz seitens der EU-Kommission: Für einen fairen Wettbewerb bedarf es einer transparenten Rechnung zu den Wege- und ggf. den externen Kosten für jeden Verkehrsträger. Sofern diese Kosten nutzergerecht und effizient angelastet werden, bedarf es gleicher Rechnungsprinzipien und der Einbeziehung aller relevanten externen Kosten der Verkehrsträger. „Wer die Anlastung von Luftverschmutzungsrechten 2 / 2 einfordert, sollte sich auch zu den gesellschaftlichen Kosten der nuklearen Energieerzeugung bekennen", so Prof. Dr. Schmidt.

Angesichts des bevorstehenden Kommissionsvorschlags zu „Maßen und Gewichten" bei Lkw setzte sich der BGL für eine Stärkung des kombinierten Verkehrs und der Co-Modalität ein. Die Ladelängen von Trägerfahrzeugen müssen sich an die existierenden Behältermaße im Land- und Seeverkehr anpassen, um einen einfachen „Umstieg" der Ladungsträger zwischen den Verkehrsträgern zu ermöglichen. Damit Wechselbehälter zukünftig einfacher den Verkehrsträger wechseln und auch 45‘-Container ohne Sondergenehmigungen im kombinierten Verkehr transportiert werden können, seien die Längenmaße von Aufliegern anzupassen. Hierbei gehe es um Zentimeter und keineswegs um die sogenannte „Gigaliner-Diskussion". Eine modulgerechte Anpassung der Behältermaße leiste einen überzeugenden Beitrag für einen effizienteren Güterverkehr und eine verbesserte Umweltbilanz durch echte Co-Modalität.

Der BGL begrüßte den Einsatz der EU-Kommission für alternative Kraftstoffe, warb aber gleichzeitig für ein verstärktes Engagement in der Entwicklung neuer Kraftstoff- und Antriebstechnologien. Wasserstoff zusammen mit in der Entwicklung befindlichen druckfreien Tanksystemen böten vielversprechende Ansätze. Diese Technologien seien gerade für den Straßengüterverkehr weitaus vielversprechender als die gewichtsintensive Batterietecnologie. Auch fahrleitungsgebundene Systeme wiesen neben alternativen Kraftstoffen einen Weg in noch nachhaltigere Güterverkehrsstrategien.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hörte sich mit großem Interesse die vorgetragenen Überlegungen, Kritiken und Anregungen an und sagte eine Prüfung zu, inwieweit diese in die politische Arbeit der Kommission einfließen könnten. In jedem Falle sei es für den europäischen Straßengüterverkehrssektor notwendig, sich in der Öffentlichkeit und gegenüber Parlamenten und Administrationen mit seinen berechtigten Anliegen mehr Gehör zu verschaffen. 

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BGL-Präsident Adalbert Wandt, EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und das Geschäftsführende Präsidialmitglied Prof. Dr. Karlheinz Schmidt