Was ist bei der Abrechnung von geringfügig Beschäftigten zu beachten?

[071114-01]

Bei Minijobbern wird dem Arbeitnehmer in der Regel das Bruttogehalt ohne Abzüge ausgezahlt der Arbeitgeber muss neben dem Mindestlohn für den Beschäftigten entsprechende Pauschalbeiträge zur Lohnsteuer und den Sozialabgaben zahlen, Dies sind ‑ unter Berücksichtigung der Lohnsteuer, SV-Beiträgen sowie den Beiträgen zur U1 und U2 Umlage‑  mitunter über 30 %. Somit kann sich für den Arbeitgeber eine monatliche Belastung von 585,00 € brutto ergeben, bestehend aus 450,00 € Gehalt + 135,00 € gesetzlichen Abgaben.

Arbeitszeit und Arbeitsrecht:

Geringfügig Beschäftigte können ‑ unter Berücksichtigung des MiLoG ‑ bei einem Lohn von 450,00 € brutto ab dem 01.01.2015 maximal 52,9 Stunden pro Monat arbeiten. Dies entspricht einer 12-Stunden-Woche.

Grundsätzlich haben Minijobber die gleichen Rechte wie in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer. Konkret: Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, Anspruch auf Lohnfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen, keine Unterschiede beim Kündigungsschutz, Anspruch auf schriftlichen Arbeitsvertrag usw.

Aufzeichnungspflicht:

Seit dem 16.08.2014 bestehen besondere Aufzeichnungspflichten hinsichtlich Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit der Minijobber. Diese müssen spätestens 1 Woche nach dem jeweiligen Arbeitstag erfasst werden und sind 2 Jahre lang aufzubewahren. Verstöße gegen diese Dokumentationspflicht können mit einer Geldbuße von bis zu 30.000,00 € geahndet werden.

Wird durch die Erhöhung des Stundenlohns die Geringfügigkeitsgrenze von 450,00 € monatlich überschritten, muss die arbeitsvertragliche Vereinbarung angepasst werden – entweder durch Verringerung der Stundenzahl oder durch Überleitung in ein Gleitzonenarbeitsverhältnis. Es empfiehlt sich daher, mit Minijobbern schriftliche Arbeits­verträge zu vereinbaren – auch in bereits bestehenden Arbeitsverhältnissen.

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